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Die Alchymie des Tones

Posted by VON RALF TITA in http://www.welt-kymatik-kongress.org/

September 2014

Der rumänische Künstler und Forscher Gabriel Kelemen macht auf faszinierende Weise Klänge und Schwingungen sichtbar.

Der Künstler und Forscher Gabriel Kelemen ist auf einem eigenen Weg zur Kymatik gekommen.
Als Sohn eines Bildhauers wurde er von seinem Vater zu eigenen Studien ermutigt.
So begann er im damals noch sozialistischen Rumänien im Alter von 14 Jahren, seinem Spieltrieb
folgend, mit Flüssigkeiten und einem alten Radio, zu experimentieren. Erst Jahre später, kurz nach
der rumänischen Revolution, erhielt er von einem Bekannten einige Seiten aus einer deutschsprachigen
Zeitschrift über einen gewissen Hans Jenny. Nun wusste Kelemen, der sich den Artikel übersetzen
ließ, dass das, was ihn über Jahren hinweg schon beschäftigte, tatsächlich einen Namen hatte
und eine ernsthafte Wissenschaft ist. Von dieser Erkenntnis befl ügelt, folgten intensive experimentierend
und künstlerisch sich durchdringende Arbeitsphasen. Er promovierte an der West University

Timişoara (Rumänien) im Fachbereich Kunst und Design über das Verhältnis von Kunst und Wissenschaft
in der Kymatik. Immer noch arbeitet er intensiv künstlerisch und frei forschend an diesem
Thema. Er ist ein Meister in der Abstimmung aller am Prozess beteiligter Parameter, angefangen von
der Apparatur, der Tonerzeugung über den im Ton angeregten Stoff (bzw. das Stoff gemisch) bis hin
zum fotografi schen Festhalten des Phänomens. Jedes Experiment führt bei Gabriel Kelemen
zu einer künstlerischen Durchdringung – zeichnerisch und auch plastisch gestaltend. In seinen
Zeichnungen ist zu erleben, wie er in der künstlerischen Auseinandersetzung die Begriff e herausarbeitet
und in der Plastik, wie er die erforschten Bildprinzipien dem Stoff neu einprägt.
In der stehenden Welle vereinigen sich die beiden Pole Gestalt und Bewegung in der Art, dass die
Bewegung als innere Strömung sich ganz in die Form hineingibt, sie strebt der Form nicht mehr
entgegen. Anders als bei einer stehenden Welle auf einem schnell strömenden Bach bilden die
Strömungen im Tonfeld zykloide Bewegungen aus. In diesen Kreisströmungen fi nden wir also die Periodik
des triadischen Urphänomens (siehe Artikel Alles will Ton werden). Besonders deutlich zu erkennen
ist dieser Prozess bei der stehenden Wellen in einem Video.* Hier ist der Gestaltpol ganz zur Ruhe gekommen
und die Bewegung wohnt ihr vollständig ein. Gabriel Kelemen zeigt in seiner Arbeit die Morphogenese
aus dem Ton heraus. Er selbst schreibt, dass seine „Experimente in einem mesokosmischen
Maßstab [zeigen], wie stehende Wellen in Pulvern oder Flüssigkeiten die Einheit der morphologischen
Muster vom Großen zum Kleinen, die offensichtliche Vielfalt der lebendigen Einheiten der
Biosphäre durchlaufen – bis hin zu dem überraschenden Auftreten der markanten, menschlich
anmutenden Gestalten in viskoser Flüssigkeit, herausragend und überraschend, da diese Formen
ohne das Einwirken eines genetischen Codes erzeugt werden.

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